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Flammendes Inferno Leben mit Vulvodynie (und der Kunst, nicht durchzudrehen)

  • 19. Juni 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Also… wo fängt man an, wenn’s da unten seit Jahren brennt, sticht und schreit und niemand einem glaubt?


Ich war fast 18, als ich zum ersten Mal so starke Schmerzen nach dem Sex hatte, dass ich kaum noch laufen konnte. Eine Woche lang fühlte es sich an, als hätte mir jemand Chili in die Pussy gerieben. Und als wäre das nicht genug, brannte es auch beim Pinkeln, als würde meine Blase mit Benzin gespült.

Romantisch, oder?


Aber was sagt man dann?

„Hi, meine Vagina hat sich spontan in ein Flammenmeer verwandelt, könnt ihr da mal gucken?“

Ja. Hab ich gemacht. Mehrmals. Und die Reaktionen?


> „Da sieht man nix.“

„Ist bestimmt nur ein kleiner Pilz.“

Und mein Favorit:

„Legen Sie sich einfach nach dem Sex ein paar Eiswürfel auf die Pussy, das kühlt das Ganze runter.“




Ich schwöre, ich hab gedacht, ich bin in einer verdammten Comedyshow.



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Keine Diagnose, aber ein Name


Ich wurde nie richtig diagnostiziert. Niemand hat sich die Mühe gemacht, dieser Qual einen Namen zu geben.

Aber irgendwann hab ich selbst recherchiert und bin auf Vestibulodynie gestoßen – eine Form der Vulvodynie, bei der genau der Bereich am Scheideneingang durchdreht, sobald irgendwas ihn berührt. Tampons, Finger, Zungen, Toys – you name it. Alles ein No-Go.


Und als ich das Wort Vestibulodynie zum ersten Mal gelesen hab, war’s wie:

„Okay, fuck, das bin ich.“



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Drei Jahre brennen, heulen, kotzen


Drei Jahre lang war ich einfach fertig. Der Gedanke, dass ich vielleicht nie wieder Sex haben kann, keine Kinder bekomme, nie einen Mann finde, der damit umgehen kann, das hat mich zerfressen.

Ich war angeekelt von allem, was mit Sexualität zu tun hatte. Und mein Körper hat das Feuer brav weiter gefüttert.


Irgendwann hab ich kapituliert. Nicht resigniert, sondern akzeptiert.

Ich hab aufgehört, dagegen anzukämpfen.

Ich hab gelernt, dass mein Flammendes Inferno einfach seinen eigenen Kopf hat. Und dass ich keine Schuld trage.



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Hypnose und Hoffnung


Irgendwann bin ich zur Hypnosetherapie gegangen.

Skeptisch, müde, mit dem Gefühl: „Wird eh nix bringen.“


Sechs Sitzungen zu je 120€. Jeden Abend spezielle Musik hören, um die Hypnosen zu verankern.

Und weißt du was?


Es wurde besser. Nicht geheilt. Aber besser.

Es gab Tage, an denen der Schmerz nur noch eine 3 von 10 war. Und das war für mich wie Urlaub.



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Heute und mein Weg zurück


Sex? Gibt’s wieder. Nicht oft. Nicht schmerzfrei. Aber es ist nicht mehr der Endgegner.


Ich hab einen Partner, der mich nicht heilt, sondern hält.

Der mich nicht drängt, sondern begleitet.

Und mit ihm finde ich Stück für Stück zurück zu meinem Körper.


Selbstbefriedigung ist für mich bis heute nichts.

Ich ekel mich davor, hab keinen Zugang. Und weißt du was?

Auch das ist okay. Ich hab das für mich akzeptiert.



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Was ich dir mitgeben will


Vielleicht brennt es bei dir auch.

Vielleicht hast du ein Flammendes Inferno, das keiner sehen kann.

Und vielleicht hat dir auch schon mal jemand gesagt, du sollst dich nicht so anstellen.


Aber ich sag dir eins:

Du bildest dir nichts ein. Dein Schmerz ist real. Deine Geschichte zählt.


Du bist nicht allein.

Und selbst wenn dein Weg nicht linear ist, du darfst trotzdem lieben, leben, fühlen.

Auf deine Weise. In deinem Tempo.


Und falls du einen Namen für dein Inferno brauchst – ich teile meinen gern 🖤

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