Mein Leben mit Depressionen
- 11. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Tage – oder eher Jahre – da fühlt sich sogar das Atmen an wie ein Bewerbungsgespräch für den Weltuntergang. Klingt dramatisch? Ist es auch. Seit ich zwölf bin, kenne ich das Gefühl, dass mein Kopf wie ein überfülltes Archiv ist: alles zu viel, zu laut, zu schwer. Ich hab’s versucht – immer und immer wieder. Aber ehrlich gesagt: Die Depression hat mich schon lange im Schwitzkasten.
Meine Geschichte – ein bisschen wie ein mieser Horrorfilm
In der Schule hab ich’s nicht leicht gehabt. Mobbing von der ersten bis zur zehnten Klasse – als wär’s ein Nebenjob, der nicht mal bezahlt wird. Dazu kamen diese ständigen Kopfschmerzen vom Grübeln: Hausaufgaben? Vergiss es. Lernen? Hätte genauso gut in Chinesisch sein können. Meine Noten? Ein schlechter Scherz.
Irgendwann ging’s gar nicht mehr. Ich war fünf Jahre lang arbeitsunfähig. Einmal Klinik, zweimal Klinik, zig Therapien – ein Marathon ohne Ziellinie. Und trotzdem hat sich nix geändert. Ich kam kaum aus dem Bett, Zähneputzen war wie ein Marathonlauf, Duschen fühlte sich an wie Mount Everest. Essen? Naja … Pizza ist immerhin auch ein Lebenssinn.
Ein kleiner Lichtblick
Vor einem Jahr hab ich dann mit Antidepressiva angefangen. Und wow, die haben’s echt krachen lassen: Direkt Höchstdosis, keine halben Sachen. Plötzlich war ich nicht mehr nur ein lebendes Kissen, sondern hab meine Wohnung aufgeräumt wie eine Kreuzung aus Superheld und Putzteufel. Ich hatte so viele To-Dos erledigt, dass ich mich kurz gefragt hab, ob ich aus Versehen Zauberbohnen gefrühstückt hab.
Inzwischen hat sich das Ganze eingependelt. Ich bin immer noch nicht „die Alte“, aber ich kann jetzt wenigstens sagen: „Ja, ich hab heute geduscht. Und gegessen. Und geatmet. Und das ist okay.“
Der neutral-graue Alltag und das große „Es ist okay“
Ich will ehrlich sein: Im Moment ist alles … neutral. Nicht gut, nicht schlecht. Einfach so. Aber weißt du was? Ich hab gelernt, dass das reicht. Ich muss nicht jeden Tag Bäume ausreißen oder ein Weltwunder bauen. Ich muss nur da sein. Und manchmal reicht das.
Ich hab noch keinen Therapieplatz gefunden und ich weiß, dass Tabletten nicht die alleinige Lösung sind. Aber ich gebe nicht auf. Auch wenn’s schwerfällt, auch wenn ich immer wieder in dieses Loch gucke.
Und vor allem: Ich will nicht, dass du dich schlecht fühlst, wenn du auch mal einen Tag oder Wochenlang gar nichts schaffst. Du bist nicht deine Produktivität. Du bist genug, auch wenn du einfach nur da bist.
In diesem Sinne: Falls ihr euch fragt, was ich heute geschafft hab – ich hab’s immerhin geschafft, diesen Blogeintrag zu tippen. Und das ist schon mehr als genug❤️
Hast du Erfahrungen mit Depressionen?
Ja, leider :/
Nein, zum glück nicht :)
Ich nicht, aber leider jemand den ich kenne :(
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